Clèder – Der erste Urlaub in einem Ferienhaus in der Bretagne

Grenzerhäuschen in Cléder / la maison des douaniers á Cléder
Grenzerhäuschen in Cléder / la maison des douaniers á Cléder

Familienurlaub in der Bretagne – Clèder / Kerfissien

Seit 2010 hat uns das Bretagne – Fieber gepackt, noch vor dem ersten Buch von  Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec (Geschäftsführer des S. Fischer-Verlags) Bretonische Verhältnisse – Kommissar Dupin’s erster Fall.

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Rückseite des Grenzerhäuschens in Cléder – Kerz Porz Striz

Die erste Reise ging nach Cléder in der Nähe von Saint-Pol-de-Léon. Natürlich waren wir morgens schon da und mussten uns die Zeit bis wir ins Haus durften mit Frühstücken und bummeln in Saint-Pol-de-Léon vertreiben. Die Baguettes die wir zum Frühstück in der „Bar Le Parvis“ als „Sandwich américain“ bekamen wurden kurz nach der Bestellung direkt geliefert – frischer geht’s kaum – und hier stellten wir bereits fest, daß wir überall freundlich aufgenommen wurden. Unser französisch mag nicht das beste sein, aber wenn man versucht sich mit den Franzosen in ihrer Sprache zu verständigen, sind sie sehr geduldig, hilfsbereit und kramen sogar manchmal ihre eigenen Fremdsprachenkenntnisse raus.

Das Haus das wir dort bezogen war typisch bretonisch – links und rechts eine Giebelwand mit Schornstein, dazwischen, mittig der Eingang. Vermietet wurde es von einem älteren Ehepaar und lag geniale 350 Meter vom Strand „KerPorz Striz“ entfernt. An diese Sprache muss man sich erst gewöhnen – die Bretagne ist zweisprachig. Das keltische Brezhoneg, früher von der französischen Regierung verboten wird in der Zwischenzeit wieder in der Schule unterrichtet.

Was wir an diesem Strand so geschätzt haben war die absolute Ruhe – absolut, weil wir wirklich alleine waren.

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Der Weg von unserem Haus in Cléder zum Strand Kerz Porz Striz

Irgendwann tauchte mal ein Pärchen auf, das sich an den gleichen Strand legte, allerdings ans andere Ende. Und Steine – riesige Felsbrocken auf denen die Kinder mit Begeisterung kletterten, die als Liegefläche dienten und als Schutz vor der Brandung, wenn die Wellen mal höher waren und wir dennoch nicht auf’s baden im Atlantik verzichten wollten. Allein am Strand ist so eine Sache – natürlich ein Traum, aber die touristisch unentdeckten Flecken sind vor Jahren schon rar geworden. Der einsamste Strand wird natürlich am Wochenende von den Einheimischen zurückerobert, zumindest von denen die zuhause geblieben sind. Aber sogar dann konnten wir ein paar km weiter einen Strand finden an dem (fast) niemand war. Zugegeben, wenig Sand, viele Steine und ein steiniger Weg zum Meer / Wasser.

Algenplage in der Bretagne

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Eine wunderschöne kleine Bucht abseits des Hauptstrandes von Cléder.

Das einzige das am Strand von Cléder negativ aufgefallen war, war die Algenplage, die uns an manchen Tagen regelrecht den Atem nahm. Die vielen Algen sollten uns 2 Jahre später dazu bringen einen anderen Urlaubsort zu suchen. Erst ein paar Jahre danach erfuhren wir, dass die Menge der Algen bei Neumond besonders groß ist und in den Tagen dazwischen erträglich bleibt. Entsprechend war der Geruch mal stärker, mal schwächer, aber in dieser Gegend immer präsent, speziell in einem Haus das so nah am Strand lag. Der Geruch ist am besten mit faulen Eiern zu vergleichen – eigentlich unerträglich und man gewöhnt sich nur bedingt daran.

Im August 2009 ist tatsächlich ein Pferd in St-Michel-en-Grève durch Faulgase verendet (die Süddeutsche Zeitung berichtete). Natürlich führten besonders unglückliche Umstände dazu, aber die Meldung hat immerhin ausgereicht um die Französische Regierung wachzurütteln und Maßnahmen gegen die alljährliche Algenbelastung zu unternehmen. Schritt für Schritt sollen die Nitratbelastung durch die intensieve Landwirtschaft reduziert werden (Die grüne Plage – Algen vor der Bretagne).

Ausflüge

  • Saint-Pol-de-Léon
  • Morlaix
  • Roscoff

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