Renovierung im Februar 2018

Start in die Bretagne

Am Sonntag dem 04. Februar 2018 ist es endlich soweit. Wir hängen den viel zu vollen Hänger an und machen uns abends auf den Weg in die Bretagne. Der Hänger ist bis zum Bersten voll mit Möbeln, Matratzen und Werkzeug. Wir haben zwar schon einige Wochen vorher bei IKEA alles mögliche, hauptsächlich Küche und Betten, bestellt, aber verschiedene Sachen sind in Frankreich einfach viel teurer als hier. Wir hoffen, das alles rechtzeitig ankommt!

Unser BipAndGo funktioniert klasse, wäre auch blöd mit Hänger rückwärts aus der Mautstelle zu fahren. Es funktioniert einfach wie beschrieben, langsam an die Schranke heranfahren, ein paar Meter vorher ist (meistens) ein Piepen aus dem Gerät zu hören, die Ampel springt auf Grün und die Schranke öffnet sich wie von Zauberhand.

Plouhinec Strand

Wir sind dieses Mal eine ausreichende Anzahl an Fahrern um ohne Unterbrechung durchfahren zu können und so kommen wir bereits in den frühen Morgenstunden in Plouhinec an. Immer wieder faszinierend ist die Art wie die Sonne hier aufgeht, keine große Dämmerung, sondern Licht an, es ist Tag. Da wir unser „altes“ Ferienhaus für die erste Woche nochmal gebucht haben und vor uns niemand im Haus ist, können wir das Haus direkt beziehen – nicht ohne vorher mal kurz am Strand (noch mit Hänger) vorbeigeschaut zu haben.

Wir fiebern auf die Schlüsseübergabe hin, hatten wir doch noch keinen Schlüssel für das Haus.

Ein bisschen Stress

Ohne das Wort Stress überstrapazieren zu wollen, denke ich, wir haben uns ein strammes Programm vorgenommen. Innerhalb einer Woche wollen wir ein Haus beziehen, das seit Jahren nicht mehr bewohnt und nicht beheizt ist. Ein Haus das Handwerker verlassen haben die Balken ausgetauscht haben, Feuchtigkeitsschäden beseitigt haben – wie immer das jetzt aussieht. Innerhalb einer Woche wollen wir das Haus soweit bewohnbar gemacht haben, dass wir drin schlafen und essen können.

Nachdem wir ein paar Stunden geschlafen haben, fahren wir nach Audierne, betreten das Immobilienbüro und werden herzlich begrüßt als „nouveau propriétaire“ am Cap Sizun. Wie nehmen die Schlüssel in Empfang, fahren direkt ins Haus und fangen mit dem geplanten Programm an. Heizung an, kontrollieren ob das Wasser läuft, im Weldom Heizlüfter holen und anfangen die nassen Stellen im Haus zu belüften. Wir stellen den Hänger in die Garage und das Auto vor die Garage – die Einfahrt ist viel zu eng, ich muss die Seitenspiegel beim Einfahren einklappen, sonst komme ich gar nicht rein. Werkzeug ausladen, Baustelle besichtigen, erste Einkaufsliste für Carrefour und Weldom (Baumarkt) schreiben…

Erste Überraschungen

Beim Betreten der Küche fällt uns eine Wand ins Auge die wunderschön aussieht, die uns offenbart, dass das Haus wohl in traditioneller Bretonischer Bauweise gebaut wurde – Granitsteine mit Dreck dazwischen, allerdings war an dieser Wand mal ein Heizkörper und eine Steuerung für den elektrischen Rolladen. Das war wohl die Wand die (wie im Angebot beschrieben) gegen aufsteigende Feuchtigkeit imprägniert wurde, die Wand grenzt direkt an das Podest vor der Eingangstür auf das die löchrigen Dachrinnen sich entleeren! Die Wand an sich ist schön und Katrin will sie so erhalten, aber der Putz ist weg, der Heizkörper ist weg, die Steuerung ist weg. Die Steckdosen und Verteilerdosen in diesem Eck sind weg, oder so korrodiert, dass die Einbauten so aufgequollen sind, dass man sie kaum noch aus den Einbaurahmen bekommt. Teilweise sind noch flexible Alu-Kabel verbaut, die korrodieren bei dieser Feuchtigkeit natürlich fast vollständig. Auf jeden Fall muss die Wand verfugt werden – Steinwände verfugen war noch nie ein Traumjob.

Im Keller tropft ein Wasserhahn, die Wand in der Garage (unterhalb des Podestes vor der Haustüre) ist dermaßen nass, dass wir hier direkt eine Heizlüfter platzieren. Die Wand muss (entsprechend den Empfehlungen der Firma Ligavan) vom Putz befreit und getrocknet werden. Der Balken in dem Eck ist ausgetauscht und damit ist auch die Telefonleitung weg. Übermorgen kommt der Techniker von Orange mal sehen was der dazu sagt. Die Steckdosen im Keller funktionieren nicht, sobald man die Sicherung reindrückt, fällt der FI. Vermutlich Feuchtigkeit, ich muss die Steckdosen eine nach der anderen prüfen – sobald die Feuchtigkeit aus dem Keller verschwunden ist.

Im ersten Stock findet sich ein Fester, das irgendeinen Sturm nicht überstanden hat, wahrscheinlich hat der Fensterladen (er lässt sich nicht mehr feststellen, oder schließen) das Fenster eingeschlagen. Das Einschlagen dieser Fenster ist nicht weiter schwierig, bestehen sie doch aus 2mm Fensterglas – natürlich einfach verglast. Nur die beiden Fenster im Erdgeschoss auf der Südseite (Meerseite) sind neu und isolierverglaste PVC-Fenster. Das kaputte Fenster wird mit Folie und Klebeband geflickt, mal sehen ob’s im Baumarkt Fensterscheiben oder ähnliches gibt.

Renovierung

Als erstes Renovationsobjekt sind die oberen Zimmer dran. Wir müssen in einer Woche aus unserem gebuchten Ferienhaus raus und irgendwo schlafen. Also müssen die Schlafzimmer im Obergeschoss fertig gemacht werden. Am Mittwoch soll IKEA kommen, dann sollte der Hänger aus der Garage sein, damit wir Platz zum ablegen und sortieren haben. Bei der Lieferung sind auch die Bettgestelle dabei, die Matratzen haben wir aus Deutschland mitgebracht, sie waren hier um einiges billiger als in Frankreich. Die Küche ist danach dran, hat aber ein bisschen mehr Zeit, wir holen im Carrefour mal einen Zwei-Platten-Kocher der sollte erstmal wenigstenst für warme Mahlzeiten auf der Baustelle sorgen.

Ab sofort pendeln wir nur noch zwischen dem Baumarkt und dem Haus hin und her, es werden Tapeten entfernt, Wände gestrichen, Böden geschrubbt. Es macht sich gut, dass es im Weldom grade einen Sortimentswechsel gibt, es wird alles mögliche abverkauft. Unser Haus wird sehr bunt werden!

Ich habe ein paar vorher / nachher Bilder zusammengestellt – so hat’s ausgesehen / sieht’s momentan aus.

 

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